Wissenswertes über Piercing

 

Wir haben uns gedacht, zum besseren Verständnis zwischen uns, unseren Kunden, die sich für Piercings interessieren, auf dieser Seite die häufigsten Fragen zum Thema "Piercing" zu beantworten.

 

Was heisst "Piercing"?

Das Wort kommt aus dem englischen und bedeutet "durchstechen".

Piercing wird das Durchstechen von Körperteilen (Ohrläppchen, Lippen, Zunge, Brust u.a.) zum späteren Tragen von Schmuckstücken genannt.Bei Stammesvölkern gehört Piercing zum Körperschmuck. Die Praxis ist aber schon aus Ägypten und Rom als Erkennungszeichen bekannt. Im europäischen Raum wurde lange nur in Randbereichen der Gesellschaft gepierct, bis in den 1980er Jahren eine Blüte begann. Heute gilt Piercing als Zeichen der Inbesitznahme und Kennenlernens des eigenen Körpers, stimulierendes Werkzeug oder einfach nur Schmuck. Die Beweggründe und Träger von Piercings sind genau so verschieden wie die vielen Stellen des Körpers, die durchstochen werden können.

 

Was und Wo kann man piercen?

Piercen kann man fast jede Stelle. Manche Körperteile bzw. Körperstellen schliessen wir jedoch aus, da das Risiko von Nachfolgeschäden zu groß ist.

 

Tut piercen weh?

Gepierct wird ausschließlich mit Betäubung (auf Wunsch auch ohne Betäubung). Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

Schleimhäute: z.B. Zunge, Lippenbändchen, Intimbereich werden mit einem Spray aus der Zahnmedizin oberflächlich betäubt!

Hautpartien: z.B. Augenbraue, Bauch usw. werden mit einem Kältespray betäubt.

Beim Brustwarzenpiercing wird die Brustwarze oberflächlich betäubt (Salbe). Allerdings braucht diese Salbe eine Mindesteinwirkzeit von 60 Minuten.

 

Wie wird gepierct?

Vor dem piercen werden alle dafür benötigten Instrumente sterilisiert, um Bakterien und Keime abzutöten. Die "Nadel" für's piercen ist eine Einweg-Braunüle in einer sterilen Verpackung. Die gewünschte Stelle wird gründlich desinfiziert und wenn nötig rasiert. Danach wird mit einem Stift die Einstichstelle markiert. Die Kanüle wird nun durch die Haut geschoben, und beim herausziehen setzten wir in den entstandenen Stichkanal das gewünschte Schmuckstück ein! (Als Ersteinsatz verwenden wir ausschließlich Titan oder PTFE/Teflon)

 

Wie pflege und behandle ich mein Piercing?

Jedes Piercing wird unterschiedlich behandelt! Das Bauchnabelpiercing hat eine Mindestabheilzeit von 6-8 Wochen,  dagegen ist die Zunge in ca. 14 Tagen abgeheilt! Eine individuelle und ausführliche Beratung über Piercings und die Pflege erhaltet ihr bei uns im Studio!

 

Termine?

Um lange Wartezeiten zu vermeiden, ist es besser kurzfristig einen Termin zu vereinbaren.

 

Piercen unter 18?

Grundsätzlich haben wir ein Mindestalter von 14 Jahren. Bei Kunden unter 18 Jahren sind folgende Punkte zwingend zu beachten:

- Erziehungsberechtigter MUSS anwesend sein!

- der Erziehungsberechtigte ist ausweispflichtig!

- der Erziehungsberechtigte MUSS die Einverständniserklärung mit unterschreiben!

Ist kein Erziehungsberechtigter anwesend, werden wir keine Piercings vornehmen!

 

In Deutschland sind alle Personen ausweispflichtig! Wir machen Stichkontrollen!

 

Hier noch eine kleine Information:

Im Piercing Point wird aus nachfolgenden Gründen keine „Piercing-Pistole“ verwendet!!!

 

Piercing Pistole ist eigentlich der falsche Ausdruck, da heutzutage für ein professionell ausgeführtes Piercing niemals ein Schussapparat genommen werden würde. Nur unseriöse Studios, die kein Fachwissen besitzen bieten dies noch an.

 

Die erste „Piercing-Pistole“ wurde in den 60er Jahren von Roman Research, später Studex, hergestellt. Die Idee wurde einem Werkzeug angelehnt, welches man im allgemeinen dazu benutzt, Kuhohren mit Marken zu kennzeichnen. Das Gerät wurde für den Gebrauch am Menschen nicht verändert, außer, das ein Federdrucksystem hinzukam. Der Federdruck ist notwendig, um ein stumpfes Stück Metall durch Gewebe zu drücken.

 

Ein sog. Medizinischer Ohrstecker, welcher als Schmuckeinsatz verwendet wird ist zwar spitz zulaufend, aber im Gegensatz zu einer fein geschliffenen Kanüle/Nadel kann man sich nicht daran schneiden, was also dafür spricht, dass es ein stumpfes Objekt ist, welches durch die Haut getrieben wird. Dadurch zerfetzt das Gewebe und ein Sprühnebel von Blutpartikeln, welcher mit bloßem Auge nicht einmal sichtbar sein muss, bedecken den Piercer, den Kunden und den Schussapparat. Die Schussapparate sind normalerweise aus Plastik oder teilweise Plastik verkleidet und können daher nicht sterilisiert werden, da sie sonst schmelzen würden.

 

Für gewöhnlich werden sie überhaupt nicht gereinigt, oder mit Alkohol abgewischt, was aber im Vergleich zur Sterilisation, nicht alle Bakterien und Keime abtötet.

 

Es ist zwar inzwischen gesetzlich vorgeschrieben, dass nur noch Einwegapparate benutzt werden, welche nach jedem Kunden sofort entsorgt werden, leider findet diese Methode wegen der größeren Kosten aber immer noch selten Verwendung. Auch Pistolen mit Einweg Adapter können genommen werden, wobei hier zwar die Adapter jeweils neu sind, aber der Sprühnebel von Blutpartikeln weiterhin die „Pistole“ benetzt. Somit bleibt ein solcher Schussapparat ein lebensgefährlicher Krankheitsüberträger. Die „schießende“ Person trägt zudem oftmals nicht mal Handschuhe, geschweige denn Mundschutz, und auch die Stelle, wo der Schmuck sitzen soll wir nicht desinfiziert (Einwirkzeit je nach Desinfektionsmittel mind. 15 sek. bis 1 Min.).Eine Markierung der „Piercing Stelle“ vor dem Schuss ist außerdem an für sich sinnlos da der Einschusswinkel des Schmuckes nicht wirklich kontrolliert werden kann. Nicht nur, das Gewebe beim Schießen eines Piercings zerfetzt wird und somit ein ausgefranster Riss entsteht mit vielen Schlupfwinkeln für Gewebetrümmer, Bakterien und anderem Material, wodurch sich die Risiken und Komplikationen während der Abheilung um ein vieles erhöhen, auch wird das Gewebe enorm belastet, wodurch es meist stärker anschwillt. Der Schmuck, der bei dieser Methode genommen wird, ist oftmals zu kurz um diese Schwellung dann abzuhalten, wodurch es leider häufig vorkommt, das der Schmuck, während der Abheilung ganz oder teilweise ins Gewebe eingebettet wird!

 

Der Verschluss eines medizinischen Ohrsteckers, in Form von „Schmetterlingsflügeln“ kann zu Infektionen führen, da sich darin Schmutz, Wundsekret, evtl. Eiter (im Falle von Nasenpiercings auch Nasensekret!) ansammeln und nicht richtig entfernt werden kann!

 

Hierzu kommt, dass nach dem schießen häufig ein alkoholisches Tonikum zur Pflege/Reinigung mitgegeben wird, welches zur Piercingabheilung absolut ungeeignet ist!

 

 

Besondere Vorsicht ist bei Knorpelpiercings geboten (Ohrknorpel und Nasenflügel) !!!

 

Knorpelgewebe zählt zu den kompliziertesten Gewebearten was ein Piercing und dessen Abheilung betrifft. Knorpelgewebe enthält keine Gefäße. Jedoch braucht jedes Gewebe um Leben zu können Nährstoffe,welche der Knorpel nur durch Diffusion/Austausch mit der darüberligenden Haut erhält. Durch eine Infektion der Knorpelhaut kann somit die Nährstoffzufuhr unterbrochen werden, wodurch der Knorpel absterben kann. Leider regeneriert sich Knorpel nicht mehr und dann muss man ihn herausschneiden. Außerdem breiten sich im Ohr Infektionen bzw. Bakterien durch die schlechte Blutzufuhr schneller aus, als an anderen Körperstellen. Des weiteren ist das Risiko von Ohrdeformationen und anderen Komplikationen durch ein Schießen eines Ohrsteckers erhöht und die Abheilungszeit dauert um einiges länger.

 

Abschließend lässt sich nur sagen, das die Kosten für ein solches „Piercing“ durch den geringeren Zeitaufwand (keine Beratung, Nachkontrolle oder Sonstiges) die schlechtere Hygiene und somit auch geringere Materialkosten, zwar deutlich niedriger sind als bei einem sachgemäß durgeführten Piercing in einem professionellen Studio, dafür aber die Risiken von gesundheitlichen, sowie optischen Schäden weitaus höher liegen. Deshalb sollte man sich gut überlegen, was einem der eigene Körper wert ist!